Moorschutz durch Klimaschutz

Moorschutz ist Klimaschutz

Das gilt auch umgekehrt. Mit Klimaschutzmaßnahmen kann man auch einen Moorschutz bewirken.

Dazu folgender Antrag für den Umweltausschuss des Bezirkstages von Oberbayern:

2021-03-02_Antrag_Klimakompensation_Moorschutzzertifikate

 

 

Antrag: Klimaneutralität und Moorschutz durch Moorschutz-Zertifikate

 

Sehr geehrter Herr Bezirkstagspräsident Mederer,

am 12.12.2019 hat das Plenum im Bezirkstag beschlossen,

dass der Bezirk Oberbayern anstreben sollte, bis zum Jahr 2030 eine CO2-neutrale Verwaltung des Bezirks zu erreichen.“ (aus Beschlussvorlage zum Antrag 13/AN/033/2019)

Da eine vollkommene Klimaneutralität selbst bei größten Anstrengungen nicht erreicht werden kann, wird es notwendig sein, einen Teil des indirekt oder direkt verursachten CO2-Ausstoßes zu kompensieren.

Schon in der Beschlussvorlage zur Abstimmung am 12.12.2019 war folgender Hinweis formuliert:

„Im Rahmen des Umweltmanagementsystems EMAS und dem damit verbundenen kontinuierlichen Verbesserungsprozess werden Möglichkeiten zur weiteren Reduzierung bzw. Kompensation untersucht.“

 

Die Bezirkstagsfraktion der GRÜNEN im Bezirkstag von Oberbayern stellt folgenden Antrag:

  1. Die Verwaltung des Bezirkstages wird beauftragt, Möglichkeiten der Kompensation des Klimagases CO2 aufzuzeigen und Maßnahmen zur Kompensation zu ergreifen.
  2. Insbesondere werden Möglichkeiten und Wege aufgezeigt, eine Kompensation über sog. Moorschutzzertifikate zu ermitteln und zu erreichen.
  3. Der Bezirk Oberbayern setzt sich im Rahmen seiner Mitgliedschaft im Zweckverband Donaumoos dafür ein, dass die Etablierung von Moorschutzzertifikaten zum Schutz des Donaumooses vorangetrieben wird.

 

 

 

Begründung:

Wenn die Klimaneutralität des Bezirks bis zum Jahr 2030 erreicht sein soll, wird es notwendig sein, in der Bilanz auch auf eine erfolgreiche CO2-Kompensation zu verweisen zu können. Es ist deshalb erforderlich, bereits frühzeitig Maßnahmen der Kompensation zu ergreifen.

Eine wirkungsvolle Möglichkeit, den CO2-Ausstoß zu begrenzen oder zu vermindern, liegt im Schutz der Moore. Moore setzen bei andauernder Entwässerung enorme Mengen an CO2 frei. Somit liegt im Moorschutz ein großes Potential, CO2 zu binden. Um einen wirkungsvollen Moorschutz verwirklichen zu können, ist es vor allem in Niedermoorgebieten erforderlich, Flächen mit konventioneller landwirtschaftlicher Nutzung zu minimieren. Dafür ist es notwendig, Flächen zu erwerben oder entsprechende Ausgleichszahlungen an die Nutzer der Flächen zu leisten. Erforderliche finanzielle Mittel dafür können unter anderem über sog. Moorschutz-Zertifikate erwirkt werden.

Auf der Seite argrarheute.com wird z.B. eine „Moorprämie“ auf 2.000 Euro pro Hektar taxiert.

https://www.agrarheute.com/pflanze/gruenland/kommentar-2000-euroha-moorpraemie-576869

In den nördlichen Bundesländern Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg werden beispielsweise sog. Moorfutures angeboten.

https://www.moorfutures.de/

Mit dem Projekt „Moorland“ betreibt der BUND Niedersachsen eine ähnliche Initiative.

https://www.moor-land.de/

Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz hat in Bayern bereits sog. Moor-Benefits für Wiedervernässung von Moorflächen vergeben.

https://www.stmuv.bayern.de/aktuell/presse/pressemitteilung.htm?PMNr=129/17

 

Durch seine Mitgliedschaft im Donaumoos-Zweckverband trägt der Bezirk Oberbayern eine hohe Verantwortung für den Moorschutz. Wie die angeführten Beispiele zeigen, können durch Moorschutz-Zertifikate CO2-Einsarungen erreicht werden. Wenn der Bezirk die Etablierung von Moorschutz-Zertifikaten für das Donaumoos vorantreibt, wird er dadurch seiner Verantwortung für einen wirksame Moorschutz gerecht und zum anderen entsteht eine zusätzliche Möglichkeit, im unmittelbaren Wirkungskreis des Bezirks CO2 zu kompensieren und damit der Klimaneutralität einen entscheidenden Schritt näher zu kommen.

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